Strömung und Flossenschlag
Unser Cheftauchlehrer Maxl hatte es Anfang Mai in seinem Blog mit dem Titel „Richtig Flossenschwimmen“ schon mal ein ähnliches Thema. Ich möchte noch ein bisschen weiter ins Detail gehen, wie man im Meer richtig mit Strömung umgeht bzw. darauf vorbereitet ist, auch mal einen ganzen Tauchgang gegen die Strömung zu machen.
Als ich noch jeden Tag mit Gästen zum Tauchen rausgefahren bin, war ich immer wieder über die Reaktion überrascht, wenn wir doch mal (meistens kurz) gegen eine leichte Strömung schwimmen mussten. “Oh mein Gott! Das war aber anstrengend gegen diese starke Strömung zu paddeln.“ bekam ich von den meisten Tauchgästen zu hören. Wenn ich dann entgegnete, dass dies ja gar keine starke Strömung war, man es eigentlich bei der Stärke auch nicht als Strömung bezeichnet sondern eher als eine leichte Wasserbewegung gegen uns und ich dann noch erklärte, dass jeder Taucher in der Lage sein sollte einen kompletten Tauchgang gegen eine solche leichte Strömung durchzuführen ohne dabei großartig aus der Puste zu kommen, fiel den meisten Gästen alles aus dem Gesicht und ich erntete jede Menge ungläubige Blicke. Naja, vielleicht habe ich dabei ein ganz kleines bisschen übertrieben aber jeder erfahrene Taucher, der wie ich schon mal in Indonesien oder auf den Malediven tauchen war, weiß was ich damit meinte. 😉
Dabei ist das gar nicht so schwer, es kommt dabei ganz besonders auf den richtigen Flossenschlag an. „Effektive Flossenschläge“ heißt es in der Fachsprache und bedeutet, dass jeder Flossenschlag relativ lang ist. Ziel ist es richtig schön ins Gleiten zu kommen. Dies gelingt nur wenn man weit ausholt und mit jeder Flosse einen langen Weg zurücklegt. Am Anfang des Flossenschlags startet man mit wenig Druck auf der Flosse, diesen erhöht man dann aber schnell und schon gleitet man dahin. Wenn man es richtig macht, gleitet man auch noch ein gutes Stück weiter ohne die Flossen zu bewegen. Diese Ruhephase in der man noch weiter gleitet ist ganz wichtig um nicht aus der Puste zu kommen. Auch wenn man am Ende, bevor man zu einem neuen Flossenschlag ansetzt, ein wenig zurückgetrieben wird, bleibt man ruhig und behält diese Technik bei und man kann so mühelos eine große Distanz zurücklegen. Hierfür ist der sogenannte „Frogkick“ am besten geeignet.
Aber das Ganze funktioniert nur gut mit den richtigen Flossen. Um den oben genannten Druck aufzubauen, braucht man ein relativ hartes Flossenblatt. Ist das Flossenblatt zu weich biegt es sich weg und man kann keinen Druck aufbauen. Diese weicheren Flossen sind für Seen und Schwimmbäder bestens geeignet und können dort auch einen guten Vortrieb erzeugen, aber sobald es im Meer gegen die Strömung geht, trennt sich die Spreu vom Weizen.
Wie sieht es bei euch aus, habt ihr schon Erfahrungen mit Strömung gemacht ?
Wenn ihr wissen wollt wie „Effektive Flossenschläge“ bzw. der „Frogkick“ funktioniert und wie sich ein härteres Flossenblatt anfühlt, dann fragt einfach unsere Tauchlehrer wenn ihr das nächste Mal bei uns seid.
Viel Spaß beim Üben!
Euer Helle von den Blue Brothers





