Ägyptische Sonne

Sonnenuntergang

Um so länger ich hier lebe umso mehr wird vieles zur Gewohnheit, auch die ägyptische Sonne. Diesen Sommer hat uns für ein paar Tage jedoch eine Hitzewelle überlaufen und ich konnte es kaum noch erwarten mit dem Boot raus zu fahren.

An Land war es so heiß, das selbst der Wind unerträglich wurde. Er blies wie ein heißer Föhn und um so stärker er war um so heißer wirkte er. In der Stadt staute sich die Hitze in den Gassen, Asphalt und Sand waren mit bloßen Füßen nicht betretbar. Auch auf der Basis fächerten die Ventilatoren uns nur warme Luft zu. Immer wieder fand man eine Gelegenheit, sich mal kurz im Office aufhalten zu können, um dort die angenehme Temperatur zu genießen.

Auf dem Wasser fühlte sich das ganze schon viel erträglicher an und gegen einen Tauchgang bei molligen 30 Grad Wassertemperatur hatte niemand etwas einzuwenden. Fuhren wir dann wieder in den Hafen ein, lief man quasi gegen eine Wand. Man kann es auch den „Flughafen-Effekt“ nennen, den kennt ihr bestimmt alle. Frisch gelandet, verlässt man das wohl temperierte oder meist schon unterkühlte Flugzeug, dann geht es in die Hallen des Flughafens bei deren Temperatur man sich über ein „Welcome to Alaska“ nicht mehr wundern würde. Kaum verlässt man aber die klimatisierte Zone ist einem bewusst, dass man sich in der Wüste befindet und weit von Alaska entfernt ist.

Das Wichtigste bei diesem Wetter ist das Trinken. Ich glaube mein Rekord waren an die 6 Liter und an eine Nacht ohne Klimaanlage war gar nicht zu denken. Viele Häuser sind nicht isoliert und somit ist es drinnen meist noch wärmer als draußen. Mit einer kalten Dusche war in dieser Zeit leider auch nicht zu rechnen, denn unsere beiden Wassertanks waren der Hitze ebenfalls ausgeliefert.

Jeder hatte so seine Art gefunden mit der Hitze umzugehen, doch so langsam ist der „ägyptische Hochsommer“ vorbei. Die Temperaturen befinden sich wieder im afrikanischen Normalbereich, was sich auch in der Wassertemperatur widerspiegelt. Beim Sprung ins unendliche Blau empfindet man es wieder als angenehm erfrischend.

Nach den Tauchgängen findet man sich zu lustigen Wasserspielchen zusammen. So gibt es zum Beispiel einen „Arschbombencontest“ oder einfach ein wildes Geplansche. Die Bootscrew ist natürlich auch mit von der Partie und hat immer wieder lustige Ideen. Letztens haben wir eine Art Wasserski entwickelt, bei der wir uns sitzend auf der Bojenleine vom Boot ziehen lassen – welch ein Spaß! Und die Moral von der Geschicht‘, ohne Abkühlung geht es nicht!

Ich wünsche euch eine tolle Woche.

Sonnige Grüsse aus Ägypten, eure Jessica

Frogfish

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