Immer Montags zum Wochenbeginn gibt es von unserem Course Director Farid in seiner Hurghada Kolumne ganz persönliche Worte zum Leben in Hurghada und zu Themen rund ums Rote Meer. Mal humorvoll und auch mal ernsthaft möchten wir euch Einblicke in unser tägliches Leben hier in Ägypten geben.
Montag, 28.4.2014
Reise Preise
Wir haben ja letzte Woche auf unserer Webpage über die angekündigte Erhöhung der Visa Gebühren für die Einreise nach Ägypten berichtet. Kurz zur Info: Geplant ist eine Erhöhung von fünfzehn auf zwanzig US Dollar – immerhin ist das eine Steigerung von 33 Prozent. Absolut ausgedrückt ergibt das eine Erhöhung von etwa 3,50 Euro. Die meisten Reaktionen auf diese Erhöhung waren verständnisvoll – unser Gast Peter Horzella hat es auf den Punkt gebracht: „Alles wird teurer“. So ist es eben.
Wie eben beschrieben, waren die meisten Stimmen sehr moderat. Einige Kommentare kündigten aber auch an, dass Land künftig meiden zu wollen. Hmmm, wegen drei Euro fuffzich meine Urlaubspläne umschmeissen und zukünftig auf eines der schönsten Tauchreviere der Welt zu verzichten?! Das ist zumindest eine „sehr gewagte“ Einstellung, wie ich finde.Wer auf andere Traumziele für Taucher ausweichen möchtet, wird hier wahrscheinlich preislich sein blaues Wunder erleben. Ägypten bietet nach wie vor ein unschlagbares Preis- und Leistungsverhältnis. Aber ein Schelm ist, wer stets nur auf den Euro schaut. Viele unsere Gäste haben mittlerweile auch eine tiefe Freundschaft zu Ägypten und seinen Menschen entwickelt, die eben nicht vor drei Euro fuffzich halt macht.Wer dann noch sein Visum direkt am Bankschalter am Flughafen kauft, zahlt auch den regulären Preis und unterstützt so die wirtschaftliche Entwicklung Ägyptens.
Und wer die Anhebung der Visagebühren wirklich nicht verschmerzen kann, sollte einfach mal auf die eine oder andere Tasse Kaffee verzichten. Der Preis für diesen Rohstoff ist nämlich im letzten Jahr um 50 Prozent gestiegen. Oder wie unser Gast Peter Horzella sagen würde: „Alles wird teurer“. Nun ja, wenn es sich dabei doch immer nur um 3,50 Euro handeln würde …
Montag, 21.4.2014
Türöffner Tauchlehrer
Eins vorweg – das Bild des ständig gebräunten Sunny Boys oder Sunny Girls, die jeden Abend mit neuen Bekanntschaften ausgehen und die Nacht zum Tag machen ist längst passé. Wenn es diese Spezies jemals gab, so haben sie diesen Job garantiert nicht lange gemacht. Doch dieses Bild ist wohl auch nicht unbedingt der Grund, warum manche Menschen den Weg in die Profikarriere einschlagen. Was bringt also Taucher dazu, sich einer intensiven Ausbildung bis zum Tauchlehrer zu unterziehen?
Der Alltag eines Tauchlehrers ist, auch wenn es anders erscheint, ziemlich anstrengend. Zehn bis zwölf Stunden pro Tag ist man für die Gäste da um ihnen tolle und vor allem sichere Tauchgänge zu bieten. Die Verantwortung, die man als Tauchlehrer übernimmt ist beträchtlich. In der Regel hat man einen Tag in der Woche frei. Sollte es allerdings die Saison verlangen, kann es auch mal 8-9 Tage dauern bis zum nächsten day off. Diesen Rhythmus hält man auf Dauer nur durch, wenn man ein solides Leben führt. Für größere Eskapaden bietet das Leben als Tauchlehrer also wenig Raum. Das bedeutet natürlich nicht, dass man nicht auch einmal feiert und es krachen lässt.
Doch zurück zu der Frage, warum Menschen den Beruf des Tauchlehrers anstreben. Bei vielen meiner Instructor Kandidaten, die ich bisher betreut habe, ist die Idee während ihres eigenen Ausbildungsfortschritts gewachsen. Kaum einer hat wohl nach seiner abgeschlossenen Open Water Ausbildung den Entschluss gefasst, die Profilaufbahn einzuschlagen. Ein wichtiger Meilenstein in der Ausbildung ist bei vielen der Rescue Diver Kurs gewesen. Dort lernt man verstärkt Verantwortung für seine Tauchbegleiter zu übernehmen. Vielen Menschen gefällt diese Idee. Wenn sich dann auch noch beim nachfolgenden Kurs, dem Divemaster Kurs, Tauchschüler oder auch Gäste nach einer Ausfahrt für den gelungenen Tag und die schöne Erfahrung bedanken ist das für viele ein aussergewöhnlicher Moment, den sie meist in ihrem ursprünglichen Beruf noch nie erlebt haben.
Der Tauchlehrerschein ist da eigentlich dann nur noch die logische Fortführung der Ausbildung und des eigenen Anspruchs. Addiert man dazu noch die fantastische Arbeitsumgebung in südlichen Gefilden und das tägliche Naturschauspiel kann man die Entscheidung, Tauchlehrer zu werden, gut verstehen. Hinzu kommen natürlich noch die Kollegen, die den Tauchlehrer Job nebenberuflich ausüben. Diejenigen, die jedes Wochenende in einem See unterwegs sind bei ungastlich Temperaturen aber ohne deren Engagement es keine taucherische Infrastruktur in den heimischen Gewässern geben würde. Respekt dafür!
Als Tauchlehrer haben wir die Möglichkeit Türen zu öffnen, von denen viele Menschen nicht einmal wussten, dass es sie gibt. Für mich gibt es keinen schöneren Beruf!
Montag, 14.4.2014
Schön warm
Kennt ihr den?
Treffen sich zwei Planeten. Sagt der eine: “Du siehst aber gar nicht gut aus!”
Der andere: “Ja, ich weiß. Ich hab homo sapiens.”
“Das kenn ich, das geht vorbei!”
Wie das immer so ist mit Witzen, sie enthalten ja stets ein Körnchen Wahrheit …
In dieser Woche stellte der Weltklimarat in Berlin seinen neuesten Bericht vor. 600 Wissenschaftler aus rund 120 Staaten hauen den Regierungen dieser Welt folgenden Satz um die Ohren: „Die Treibhausgasemissionen haben sich trotz der Anstrengungen zu ihrer Reduzierung verstärkt”, heißt es in dem Bericht. Ohne zusätzliche Maßnahmen sei eine weitere Steigerung zu erwarten und das Zwei Grad Ziel sei nicht mehr zu erreichen, warnen sie.
Ok, ok, Klimaschutz ist wirklich als Thema ziemlich unsexy geworden und wahrscheinlich ist damit auch kein Wahlkampf mehr zu gewinnen aber die Folgen der Erderwärmung verschwinden nicht dadurch, dass man sie ignoriert.
Kurz zur Erinnerung: Das Zwei-Grad-Ziel beschreibt das Ziel der internationalen Klimapolitik, die globale Erwärmung auf weniger als zwei Grad gegenüber dem Niveau vor Beginn der Industrialisierung zu begrenzen. Da die Erderwärmung seit Beginn der Industrialisierung (ca. 1850) etwa 0,8 °C beträgt, verbleiben rechnerisch noch 1,2 °C, um das Zwei-Grad-Ziel einzuhalten. Um dies zu erreichen, müssten die weltweiten Treibhausgas-Emissionen bis 2050 um mindestens 50 % sinken, in den Industrieländern um 80-95 % (jeweils gegenüber 1990). Die Emissionsreduktion muss im Laufe der 2010er Jahre einsetzen, ansonsten besteht keine realistische Aussicht mehr, das Zwei-Grad-Ziel einzuhalten.
Passend zum Thema:
Warum sind in dreißig Jahren alle holländischen Fußballtrainer arbeitslos?
Weil die Holländer dann nur noch Wasserball spielen.
Genau dieses Zwei Grad Ziel ist nun aber massiv in Gefahr. Sollte man dieses Ziel nicht erreichen hätte dies nicht nur zur Folge, dass die Meeresspiegel steigen und Inseln und küstennahe Gebiete überflutet werden. Wasser würde noch knapper werden. Fast 1,2 Milliarden Menschen steht jetzt schon kein sauberes Trinkwasser zur Verfügung. Steigen die weltweiten Temperaturen um 2,5°C, werden voraussichtlich weitere 2,4 bis 3,1 Milliarden Menschen auf der Welt von Wassermangel betroffen sein.
Damit Klimaschutz nicht zum Witz wird, sollten die Regierungen den Bericht des Weltklimarates endlich ernst nehmen.
Einen hab ich noch:
Wenn nach dem Anstieg des Meeresspiegels die Berliner Mauer noch stehen würde, was würde man auf ihr lesen können?
“Bitte nicht vom rechten Beckenrand springen!”
Montag, 7.4.2014
Happy
Herzlich Willkommen liebe Freunde zu meiner April Ausgabe der Hurghada Kolumne. Ich starte den Monat mit einem sehr schönen Thema. Nämlich ganz einfach mit dem Thema Glück.
Wir haben ja vor ein paar Tagen unser Happy Hurghada online gestellt. Der Song “Happy” von Pharrell Williams geht ja momentan auf Weltreise. Wir wollten mit unserer Hurghada Edition einen kleinen Beitrag zu dieser musikalischen Weltreise leisten.
Wie man diesen Glücks Zustand erreicht und ob er kurzlebig ist oder von Dauer, dafür gibt es leider noch kein Patentrezept und sowie ich weiss, kann man sich dafür auch noch keine App herunterladen.
Für uns Taucher ist Glück oftmals einfach der Augenblick, indem man abtaucht und die Welt dort oben hinter sich lässt. Wenn nur noch die eigenen Atemzüge zu hören sind und man vorbei gleitet an Fischen und Korallen. Das sind die Augenblicke in denen, wie es so schön heisst, die Batterien aufgeladen werden, in denen Lebensfreude getankt wird.
Ich beobachte dies immer wieder, dass auf den Tauchbooten eine Gelassenheit und Lebensfreude herrscht wie sie sonst selten zu finden ist. Alle sind dort, im wahrsten Sinne, in ihrem Element. Gibt es etwa doch eine Rezeptur zum Glücklichsein? In der Art von: Man nehme etwas Salzwasser, ein paar bunte Fische, Sonne und eine leckeres Mittagsbuffet.
Der Duden definiert Glück so: „Eine angenehme und freudige Gemütsverfassung, in der man sich befindet, wenn man in den Besitz oder Genuss von etwas kommt, was man sich gewünscht hat; Zustand der inneren Befriedigung und Hochstimmung.
Wenn man die Glücks-Definition des Duden liest, kann man zu diesem Punkt kommen, dass wir Taucher doch ab und zu etwas von dem Glück erwischen.






5 Kommentare zu "Hurghada Kolumne im April"