Flossenschwimmen? Das kann doch jeder…
Denkste! Meine täglichen Beobachtungen über und unter Wasser, sagen mir was ganz anderes. Sich im Wasser zu bewegen ist eine Fähigkeit, die wir Menschen erst erlernen müssen. Ich hatte das Glück und auch die Möglichkeiten mich schon als Kind sehr oft im Wasser bewegen zu können und ich konnte sehr schnell schwimmen – über und unter Wasser. Unter Wasser hat mir damals schon immer besser gefallen und das obwohl wir anfangs nicht mal eine „Taucherbrille“ (so hießen Tauchmasken früher) hatten. Wir hatten einfach Spass im Wasser – meist bis wir fast blau waren vor Kälte und nur noch
gezittert haben.
Viele viele Jahre später als ich meinen Tauchschein gemacht habe wusste ich immer noch wie man richtig schwimmt und somit war der Tauchkurs einfach nur eine spannende Angelegenheit. Und dann auch noch Atmen unter Wasser –
genial. Nun zurück zum Thema. Wir stellen in den Tauchkursen und auch bei bereits brevetierten Tauchern immer wieder fest, dass nicht alle Neoprenfische selbstverständich Flossenschwimmen können. Es gibt sogar Menschen, die sich
ohne Flossen im Wasser sicherer fühlen. Eigentlich müsste das genau umgekehrt sein, mit Flossen kommt man doch viel besser und schneller voran. Ja, das sagen alle die gelernt haben diese Dinger im Wasser richtig einzusetzen.
Gut zu beobachten ist dieses Phänomen schon an der Wasseroberfläche. Taucher mit luftgefülltem Jacket radeln ohne dies wirklich zu wollen. Diese Bewegung wird nicht aktiv herbeigeführt. Diese Bewegung kommt, ohne darüber nachzudenken, aus dem Großhirn und bedeutet: „Hilfe ich will nicht ertrinken“. Tauchen ist halt größtenteils Kopfsache! Beim Tauchen bringt dieses „radeln“ mehr Auf- als Vortrieb, dann kommen noch die Hände zum Einsatz und – schwups – schon ist die Tarierung weg. Nicht selten endet dieser Teufelskreis wieder an der Wasseroberfläche. Nimmt man sich dieser Taucher an und übt ein bissl Flossenschwimmen, dann sieht die ganze Sache oft nach
wenigen Tauchgängen schon ganz anders aus. Wenn das Selbstvertrauen zu den eigenen Beinen mal da ist, rudern die Hände nicht mehr rum, der Taucher entspannt sich viel schneller, der Luftverbrauch geht deutlich zurück, Blei wird
freiwillig abgebaut und die Tarierung erscheint plötzlich kinderleicht.
Der Ausgangspunkt aber ist ein guter Motor und wer den nicht hat, der muß eben üben. Aber es lohnt sich! Diese Bestätigung bekomme ich immer wieder von meinen Tauchern. „Weißt du noch – ganz am Anfang – und
schau mich jetzt an, Tauchen macht mir wieder Spass“.
Bis nächste Woche,
Euer Maxl






3 Kommentare zu "Richtig Flossenschwimmen"